Aktuelles - Heimatkreis Plettenberg e. V. - Heimatkreis-Plettenberg

Heimatkreis Plettenberg e. V.
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AKTUELLES 2020

Liebe Heimatkreisfreunde,
„Jetzt Herz zeigen!“ für den Heimatkreis Plettenberg

Der Heimatkreis Plettenberg setzt sich seit vielen Jahren für die Geschichte in Plettenberg ein. Im Rahmen der Aktion „Jetzt Herz zeigen!“ der dm-Sozialinitiative HelferHerzen ist der Heimatkreis Plettenberg dieses Jahr Spendenpartner von dm-drogerie markt in Plettenberg. Wir laden Sie dazu ein, gemeinsam mit uns am 28.09.2020 Herz zu zeigen und für einen Einkauf vorbeizukommen. dm spendet an diesem Tag 5 Prozent des Tagesumsatzes an den Heimatkreis Plettenberg.

Der Heimatkreis Plettenberg bewirbt sich bei der Spendenaktion dm Helfer-Herzen.

Am Freitag (18. September 2020) standen Mitglieder des Heimatkreis Plettenberg am dm Markt in Plettenberg, um mit den berühmten Burg-Schwarzenberg-Waffeln Werbung für den Verein zu machen.
Waffelbacken am dm-Markt in Plettenberg

  
Vortrag zur jüdischen Begräbniskultur
Bericht des Süderländer Tageblattes vom 18. Januar 2020

Bemerkenswert war erst einmal der Zulauf, den das Heimathaus am Dienstagabend erlebte. Alle Stuhlreihen der guten Stube und auch noch weitere Sitzplätze in der angrenzenden Küche waren belegt. Die 34 Teilnehmer hatten sich für einen Vortrag mit besonderer Thematik ein Stelldichein gegeben. Nathanja Hüttenmeister, deutsche Judaistin am Salomon Ludwig Steinheim-Institut für Deutsch-Jüdische Geschichte hatte einen spannenden bildbegleiteten Vortrag über die jüdischen Friedhöfe und die jüdische Begräbniskultur in Deutschland mitgebracht. Friedhöfe sind immer ein Stück persönlicher, kultureller, religiöser Geschichte und sind somit auch Zeitzeugen.

Jüdische Friedhöfe nehmen dabei, besonders – aber nicht nur bei uns in Deutschland – eine Sonderstellung ein. Schon wegen der Judenverfolgung im Nazi-Deutschland. Schaut man in der Geschichte zurück, gab es schon in den lange zurückliegenden Jahrhunderten Judenverfolgungen, besonders seit dem 1. Kreuzzug im Jahr 1096. Die Pogrome gegen die Juden während der im Mittelalter wütenden Pest dürfen dabei nicht unerwähnt bleiben.  Wenn sie nicht um Leib und Leben fürchten wollten, waren sie gezwungen, zu flüchten und mussten sich an anderer Stelle eine Bleibe suchen. Sie durften keinen zunftgebundenen Handwerksberuf ausüben, nicht in der Landwirtschaft tätig sein und auch keinen Grund und Boden besitzen.
Grundbesitz und Grabstätte – das alleine kollidierte schon, da glaubensgemäß eine jüdische Grabstätte für die Ewigkeit angelegt sein musste. Somit musste die Grabstätte im Besitz der Familie des Verstorbenen sein. Notgedrungen gaben die damaligen Städte und Gemeinden den ansässigen jüdischen Bürgern nicht anderweitig nutzbares Brachland, nach Norden liegende Steilhänge, felsiges Land, Überschwemmungsgebiete und ähnliches für den Kauf frei. Meistens waren diese Landstücke abgelegen vom Stadtgebiet. Viele weit auseinanderliegende jüdische Gemeinden nutzten Verbandsfriedhöfe. Bis zu 100 km mussten damals zu den Friedhöfen zurückgelegt werden. Auch das war ein Problem, denn ein Toter musste nach jüdischem Glauben noch am Todestag beerdigt werden.
So schlug Nathanja Hüttenmeister einen geschichtlichen Bogen zu den noch heute teilweise existierenden jüdischen Friedhöfen, die von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Salomon Ludwig Steinheim-Instituts aufgesucht, katalogisiert und untersucht wurden. Heraus kam dabei ein buntes Kaleidoskop an Entwicklungen von Grabsteinen, deren Ornamentik, Schrift und Symbole. Überwog erst die Schrift, mittels der man in alter Tradition die Verbundenheit mit dem Toten zum Ausdruck brachte, wurde sie mehr und mehr durch zusätzliche Ornamentik und Symbole ersetzt. Der Name und das Sterbedatum (das Geburtsdatum wurde sowieso nicht genannt) blieben vielfach nur noch neben schmückenden und symbolischen Darstellungen übrig. Das bekannteste Symbol ist wohl das des roten Schildes, das Symbol der Familie Rothschild. Die Belegung der Grabreihen, deren Ausrichtung und zu beachtenden Hierarchien war ebenso Thema.
Unser jüdischer Friedhof in Plettenberg ist ebenfalls in der langen Liste der epigraphischen Datenbank des Instituts aufgeführt. Noch vor 1787 gegründet steht auf ihm der älteste erhaltene Grabstein von Gutrat Sternberg aus dem Jahr 1847. Insgesamt finden sich 36 Inschriften. Auch die Plettenberger Grabsteine belegen den Wandel in der Begräbniskultur. So ändern sich die Erscheinungsbilder vom traditionellen Text zu mehr Symbolik und Ornamentik. Die letzten Inschriften zeugen von der Judenverfolgung in Nazi-Deutschland: Auf dem gemeinsamen Gedenkstein von Julius Bachrach, seiner Frau Olga und Meta Lievendag, die bei dem Ehepaar lebte und arbeitete ist u.a. zu lesen: „Sie wurden 1942 Opfer des Dritten Reiches“. Konkreter steht auf dem Gedenkstein von Hugo Neufeld und seiner Frau Hanna: „Sie wurden vergast 1942“. Der Friedhof an der Freiligrathstraße wurde in der Nazi-Zeit kein Ziel von Vandalismus oder ähnlichem.
Der zweistündige Vortrag hinterließ einen großen Eindruck und regte zu anschließenden Diskussionen an.
Wer Interesse hat, tiefer in das Thema einzusteigen, findet unter www.steinheim-institut.de/wiki/index.php/Epidat eine Datenbank mit unendlich vielen Informationen und Bildern über die jüdischen Friedhöfe in Deutschland.          
Hartmut Dammschen

Zuschauer Vortrag Studio Hechmecke
Neues vom Hechmecke Studio
Filme gehören nicht ins Archiv: unter diesem Motto präsentiert Georg Prüß am 21. Januar 2020 um 19 Uhr im Plettenberger Heimathaus auf großer Leinwand Schätze aus seinem Filmarchiv.
„Harte Arbeit, reiche Ernte", ein sehenswerter Film zur Geschichte der Landwirtschaft im Deutschland der 1930ger Jahre. Dieser Film von Karl Höffkes, fand den Weg vom Herscheider Geschichts und Heimatverein (Gerd Holthaus) ins Hechmecke Studio. Hier wurde diese Biografie von POLAR FILM im Auftrag für die Herscheider überarbeitet und gekürzt. Im Plettenberger Heimathaus wird der originalfilm in schwarz weiß mit 53 Minuten Spielzeit zu bewundern sein. Berichtet wird von der mühseligen Handarbeit der Tagelöhner in Thüringen, Schlesien und Ostpreußen. In einer Zeit von Ruhe und Zufriedenheit, Bilder von Höfen und einmaliger Landschaft, zeigen die Bräuche von damals, die Handarbeit in der Landwirtschaft der Guten, Alten Zeit.
Der zweite Film des Abends passt wunderbar in die Zeit von Heute. Plettenberger Geschäftsleben im Wandel! Am 9. Januar 2014 schloss HUGO FUNKE, Plettenbergs Herrenausstatter, für immer sein Geschäft in der Innenstadt. Aus diesem Anlass hat Georg Prüß einen kleinen Film zur Firmengeschichte von 1936-2014 zusammengestellt. Hugo Funke erblickte am 21.April 1905 in Holthausen das Licht der Welt. Aus zahlreichen alten Fotos und Filmaufnahmen von Hugo Funke, gepaart mit Aufnahmen der neueren Zeit entstand eine interessante Plettenberger Geschichte.
Hechmecke Studio - Außergewöhnlich durch LEIDENSCHAFT




Bauhaus Logo 1922 von Otto Schlemmer
100 Jahre Bauhaus
Was noch nicht gesagt wurde
Vortrag am 11. Februar 2020

Ja, das Bauhaus Jubiläum ist in 2019 gewesen.
Ja, es ist scheinbar alles gesagt.

Der hervorragende Vortrag von Volker Hauer im Heimatkreis zeigte auf, das vieles noch nicht gesagt wurde. Auch das große Interesse am Vortrag, das Heimathaus war mit 38 Besucher mehr als voll, gab den Organisatoren recht, noch einmal auf das Jubiläum zu schauen.
Die Gründung des Bauhaus, 1919, wurde durch einen radikalen Wandel, in dem was Architektur ausmachte, angestoßen.
Die Tradition der Zentralperspektive, also die Schauseite von Gebäuden seit der Renaissance , wurde durch die Zusammenführung von Handwerk, Designe, Architektur, Kunst und Natur abgelöst. Die Gebäude wurden durch ihre Allansichtigkeit somit zur Skulptur.
Durch große Glasfassaden,  auch bei Produktionsgebäuden, gab es kein trennbares Außen und Innen mehr.
Von 200 Bauhaus-Schülern, bei der Gründung, waren 99 Frauen die weitgehend gleichberechtigt waren. Im öffentlichen Gedächtnis spielen die Frauen aber bis heute nur eine untergeordnete Rolle. Frauen wie Lucia Maholy-Nagry Fotografie, Anni Abers Textil, Otti Berger Textil, Marianne Brandt Designe, Alma Buscher Designe, Friedl Diker-Brandeis Innenarchitektin und viele andere haben durch ihre Arbeit das Bauhaus mit geprägt.
Auch an heute erstellten Gebäuden wirkt das Bauhaus Gedankengut noch nach.

Heimatkreis
Günter Heerich
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