Quelle: Süderländer Tageblatt vom 01.09.2011



Quelle: WR Plettenberg vom 18.04.2004

Bei Bodo Theimann kringelten
sich Brachtschüler vor Lachen


Zahlreiche Ex-Brachtschüler waren der Einladung zum Klassentreffen gefolgt. (WR-Bild: Ermes)

Stadtgebiet. (der) Viele Geschichten von der "guten alten Zeit" waren zu hören, als sich am Samstag ehemalige Plettenberger Schüler der Brachtschule trafen.

Im April 1946 waren sie in der Gemeinschaftsschule am Maiplatz eingeschult worden. Mit den Neuerungen und Änderungen der Nachkriegszeit wurde die Gemeinschaftsschule am Maiplatz dann zur Martin-Luther-Schule, und somit zu einer Schule ausschließlich für evangelische Schülerinnen und Schüler. Vier Jahre nach ihrer Einschulung mussten die katholischen Schüler dann also in die Brachtschule umziehen. Diese stand neben dem heutigen AWo-Haus.

"Das war insofern schon schade für uns, als es in den Jahren am Maiplatz noch eine regelmäßige Schulspeisung gab", erzählt Paul Bäcker, der Organisator des Klassentreffens.

Im Dezember hatte er zu diesem Klassentreffen eingeladen und über 50 Briefe verschickt. Bis aus dem Rheinland reisten am Samstag die ehemaligen Mitschüler an, um das Klassentreffen anläßlich des 50jährigen Schulabschlusses zu feiern.

Dabei gab es viele Geschichten zu erzählen. So erinnert sich Bäcker noch an eine Lehrerin, Christine Sondermann, die hochverschlossen in Mantel und Hut an der Reckstange turnte, wenn die Klasse Sportunterricht hatte. Auch erinnern sich Bäcker und seine Mitorganisatorin Marlies Hagemann noch an so einige Paukeroriginale, wie man sie auch in der "Feuerzangenbowle" hätte wiederfinden können.

Der Lehrer Bodo Theimann sprach damals zum Beispiel alle ausländischen Namen grundsätzlich so aus, als ob sie rein deutsche Namen wären. "Wenn Theimann mal ein Wort wie Buenos Aires aussprach lag die ganze Klasse vor Lachen am Boden". Bis in den späten Abend saßen die alten Klassenkameraden und -kameradinnen im Haus Elsetal und erinnerten sich an die Zeiten, zu der sie als Schüler in der Brachtschuleschule eine Gemeinschaft waren.

Anm.: Der Lehrername lautet richtig "Bodo Theimer"
Siehe auch: www.baern.de
Hier u. a.: "Die letzten Lebensjahre verbrachte der Verstorbene [Johann Theimer †21.1.1966] in Obhut seiner Schwiegertochter Helene Theimer; denn seine Frau und sein Sohn Bodo sind ihm schon vor Jahren in die Ewigkeit vorausgegangen. Seine Schwiegertochter und sein Enkelkind Roswitha werden ihren Schützling gewiss noch sehr vermissen und ihnen gilt unsere Anteilnahme. Die Adresse der Hinterbliebenen lautet: Helene Theimer, 597 Plettenberg, Im Erlenkamp 23."


Quelle: WR vom 24.03.2003
Bracht-Schüler sahen sich nach 50 Jahren wieder

Stadtmitte. (oso) Der Entlassjahrung 1953 der katholischen Brachtschule feierte am Samstagabend im Hotel "Zum Freibad" seinen mittlerweile 50 Jahre zurückliegenden Abschied aus der Schule. 24 Klassenkameraden von ehemals 40 Schülern waren der Einladung der Organisatoren Maritta Fröndt (geb. Ellermann) und Edwin Hecker zu einem gemütlichen Beisammensein gefolgt.

Hans Pfeifer, der seinen Wohnsitz in das sonnige Südspanien verlegt hat, nahm die weiteste Anreise in Kauf. Das dritte Klassentreffen begann mit einem Gedenken an die bereits verstorbenen Mitschülerinnen und Mitschüler. In einer kurzen Rede ging Edwin Hecker auf die verflossene Schulzeit ein: "Wir waren der letzte Jahrgang, der im Herbst 1944, also noch im Krieg, eingeschult wurde". Und dieser Jahrgang ging noch zu Reichsmarkzeiten 1948 zur 1. heiligen Kommunion. Die Lehrer Eistert und Schrick bestimmten überwiegend die Schulzeit. Die schon damals ungeliebten Kopfnoten im Zeugnis (Führung, häuslicher Fleiß, Beteiligung am Unterricht) fanden sich auf allen Zeugnissen wieder.

"Der Weg zur Schule, besonders nach der oft ungeliebten Schulmesse in der Laurentius Kirche am Alten Markt, führte vorbei an Zockel Neumann, dem Gebäude der Plettenberger Drahtindustrie, einer großen Kastanie am Wieden und durch "Klein Landemert" zur Brachtschule", erinnerten sich die Ehemaligen. Gemeinsame Erinnerungen an die lange zurückliegende Schulzeit wurden ausgetauscht, Bilder der vergangenen Klassentreffen angesehen und der Blick auf ein weiteres Treffen in einigen Jahren gelenkt.


Quelle: Chronik der Stadt Plettenberg, A. v. Schwartzen, Mai 1961

Für die Brachtschule wurde die Lehrerin Frau Mafording aus Massen bei Unna zur neuen Konrektorin vom Stadtrat gewählt.



Die 1881 errichtete katholische Volksschule an der Brachtstraße. Das Gebäude wurde im September 1984 abgerissen. Hier entstand ein Parkplatz.        (Foto: Archiv H. Hassel)

Chronik der katholischen Volksschule zu Plettenberg

1848 - 1922 (51 DIN A4-Schreibmaschinen-Seiten umfassende Chronik ohne Verfasser im Archiv H. Hassel)
Entstehung und allmähliche Entwicklung der Schule zu ihrer gegenwärtigen Verfassung

Im Jahre 1840 faßte der Missionar Hachez den Plan, einen Fond zur Errichtung einer kath. Schule zu stiften. Er wollte dieses hauptsächlich durch Kollekten erlangen. Ende 1840 waren schon 375 Mark gesammelt, ein Jahr später 1.500 Mark, Ende 1842 schon 5.100 Mark und 1843 sogar schon 6.000 Mark. 1844 wurde das inzwischen gekaufte Pfarrhaus umgebaut und in demselben ein Lokal für den Kommunionunterricht hergestellt, welches mit Genehmigung des zeitigen Geistlichen auch als Schullokal benutzt werden sollte.

Da 1845 für die Kirche eine Orgel beschafft wurde, so hoffte der Missionar, jetzt einen Lehrer als Lehrer und Organisten zu bekommen. Der Landrat von Holtzbrinck und der kath. Schulrat zu Arnsberg hielten die Errichtung der Schule für möglich, da die erforderlichen Geldmittel vorhanden seien. Mit Genehmigung des Generalvikariats wurde ein examinierter Lehrer als Lehrer, Küster und Organist angenommen und beantragt, durch ihn eine Schule zu errichten. Die Zahl der Schulkinder betrug 60 (Stadt und Amt), von denen 40 die Schule besuchen konnten.

Die Regierung sandte nun den Antrag zur Begutachtung an die hiesige evangelische Schulbehörde. Diese fand die Errichtung einer kath. Schule für unnötig und die Regierung erkannte, daß kein Bedürfnis vorliege. Es war aber mittlerweile schon Schule gehalten worden und zwar 14 Tage lang und wurde dem Missionar 5 Thaler Ordnungsstrafe angedroht, wenn er die Schule nicht sofort schließe. Das Schließen der Schule wurde aber verweigert bis von der Kgl. Regierung die Nichtgenehmigung der Schule eintraf. Nachdem somit eine öffentliche Schule abgeschlagen war, wurde von mehreren Vätern die Errichtung einer Privatschule beantragt. Aber auch hierzu wurde die Erlaubnis nicht erteilt, weil kein Bedürfnis da sei.

Sobald 1846 die Schule geschlossen war, nahm der Kaufmann Boedts den Lehrer als Privatlehrer für sein Kind an und beantragte, sowohl dieses als auch die Teilnahme anderer Kinder an dem Unterricht zu gewähren. Es wurden ihm aber Schwierigkeiten gemacht; er erhielt zur Antwort, dieses sei unnötig, da die Ortsschule gut sei. Er beantragte dann nur Gewährung für sein Kind. Im Frühjahr 1847 wurde dann in dieser Sache von ihm der Nachweis verlangt, ob der Lehrer auch hinreichend besoldet sei und die nötige Freiheit besitze. Er möge daher den mit dem Lehrer geschlossenen Kontrakt einsenden. Dieses geschah. Mittlerweile aber starb der Lehrer und die Angelegenheit wurde nicht weiter verfolgt.

Pro Kind nur 3 Fuß Flächenraum Platz
In der seinerzeit von verschiedenen Vätern gemachten Beantragung zwecks Genehmigung einer Privatschule war auch geltend gemacht, daß sämtliche hiesige Schullokale zu klein seien. Es wurde jedoch von hier aus erwidert und demgemäß geantwortet, daß diese Behauptung nicht der Wahrheit entspräche. In Folge einer Beschwerde aber, welche der Missionar im Januar 1847 im Auftrag mehrerer Familienväter beim Herrn Oberpräsidenten gemacht hatte, wurde eine Vermessung vorgenommen und es zeigte sich, daß in der reformierten Schule auf ein Kind ungefähr 3 Fuß, in der II. evangelischen Schule auf ein Kind 4 Fuß und in der oberen 5 Fuß Flächenraum kommt. Nun wurde das Bedürfnis anerkannt, da 6 Fuß pro Kind vorgeschrieben waren, und im Sommer 1847 vom Herrn Oberpräsidenten der Auftrag erteilt, eine Wahl von Schulrepräsentanten vorzunehmen. Mit diesen trat er in Verbindung und sollten sie zunächst den Nachweis liefern, daß genügend Unterhaltungsmittel vorhanden seien. Das führte zu einem abschlägigen Bescheide, da Plettenberg noch keine Pfarrei sei, eine Küster- und Organistenstelle nicht existiere, mithin die angegebenen Mittel nicht gesichert seien.

Beim Ausbruch der Revolution wandte sich der Missionar abermals an die Regierung um Genehmigung, aber sie wurde aus dem früheren Grunde verweigert; nur wenn sämtliche Fonds der Schule überwiesen würden, wäre dieselbe tunlich. Hierauf erwiderte der Missionar, dieses ginge nicht, aber man möge, da das Bedürfnis anerkannt sei, das Fehlende aus Staatsmitteln ersetzen, bis die Erhebung zur Pfarrei stattgefunden habe. Aber auch dieses wurde abgeschlagen. Im Jahre 1848 begab sich der Missionar zum Oberpräsidenten, um diesem die Sache persönlich vorzutragen. Es wurden dann die Akten eingefordert, aber ein Resultat nicht erzielt.

Mitte August ging deshalb der Missionar nach Arnsberg, um mit Konsistorialrat Herrn Koop die Sache noch einmal zu besprechen, namentlich ob er die Konzession zur Errichtung einer Privatschule nicht erlangen könne, wenn doch, dann wolle er sich nach Büren begeben und sich der gerade stattfindenden Prüfung unterziehen. Es wurde ihm entgegnet, es genüge schon das Versprechen, diese im nächsten Jahr zu machen. Im September 1848 wurde ihm dann erlaubt, eine Privatschule eröffnen zu dürfen. Im Oktober geschah dieses und der Missionar nahm den Lehramtskandidaten Peter Kniebe aus Lüttringhausen bei R[emscheid] als Lehrer, Küster und Organisten an, wozu im Dezember 1848 die Erlaubnis erteilt wurde.

Die Schule wurde der Inspektion des protestantischen Kreisschulinspektors Herrn Pfarrer Philippi in Lüdenscheid unterstellt. Der Missionar machte Gegenvorstellungen und begründete den Anschluß an Attendorn, Balve oder Iserlohn. Die Regierung entschied sich nun für Balve. Inspektor war Herr Pfarrer Fischer in Affeln. Mittlerweile hatte auch das Königliche Ministerium die Stiftungsurkunde zur Gründung einer kath. Lehrer-, Küster- und Organistenstelle genehmigt; jedoch waren Bedingungen gestellt, wodurch die kirchliche Verwaltung der Fonds, die Teilnahme des Bischofs an der Disziplinargewalt und der kirchl. Anstellung beeinträchtigt werden konnten. Der hochwürdigste Herr Bischof protestierte deshalb.

Der Missionar präsentierte seine bisherigen Substi[tutionen] . . .Bischöflichen Behörde und erteilte die . . . und machte der Regierung die des fälschlichen . . . der städtischen und landrätlichen Behörde . . . schule von da an als eine öffentliche an. . . . wurde ein Schulvorstand gewählt und . . . des . . . Schulgeldes zur Genehmigung . . . Betreff des Schulgeldes wurde . . . angeordnet, daß auch die Eltern . . . an die kath. Schulkasse . . . zahlten, und das in . . . Schulgeld aus der . . .

Die Unterhandlungen um eine öffentliche Schule dauerten noch recht lange. In ein neues Stadium traten sie im Jahre 1852, als der Oberpräsident von Duisburg der Regierung in Arnsberg auftrug, mit Vollziehung der Schuldotations-Urkunde vom Jahre 1848 vorzugehen. Es geschah aber nichts, vielmehr wurde von der Regierung gegen diese Verfügung remonstriert. Auch als im Jahre 1853 der Missionar einen Entwurf zur Regulierung des hiesigen Schulwesens einreichte, wurde die Sache nicht zu Ende geführt und äußerte noch im Sommer 1853 bei seiner Anwesenheit der damalige Präsident von Bodelschwingh: "Die Schule sei weiter nichts als eine Privatschule des Missionar Hachez". Von der Urkunde vom Jahre 1848 vom Minister . . . Hansemann wollte er nichts wissen. So verfloß dann ein Jahr nach dem anderen, bis sie endlich im Jahre 1885 zu einer öffentlichen erhoben wurde. Als Schullokal wurde mit Genehmigung des Missionars Hachez der im Pastoratshause sich befindliche Kommunikantensaal benutzt, jedoch zugleich sein Augenmerk auf das Schmalenbach'sche Haus hinter der Kirche [gelenkt], dessen Hintergebäude zur Schule umgebaut werden konnte.

Das Bischöfliche Generalvikariat war für diesen Plan. Es waren jedoch nur 700 Taler verfügbar. Bei einer Reise nach Paderborn wurde dem Missionar Hilfe vom Bonifatiusverein in Aussicht gestellt. Der Kauf wurde für 1.735 Thaler abgeschlossen. Vom Xaverius- und Bonifatiusverein wurden je 400 Thaler bewilligt, das übrige Geld und den Umbau mußte die Gemeinde besorgen. Bis zur Erweiterung der Kirche wurde das Haus dem Lehrer überlassen, desgl. 1852 der Kirchhofsgarten; jedoch mußte zur Wahrung des kirchlichen Eigentumsrechtes jährlich eine kleine Entschädigung gezahlt werden (2 Mark).

Nach weitläufigen Verhandlungen in Betreff des Schulbaues war endlich ein Plan festgestellt und es wurde im Juli 1853 mit dem Baue begonnen. Beim Umbau selbst hatte man nun noch manche Schwierigkeiten. Erst war man bei der Verlängerung der Umfassungsmauer der Straße um 7 Zoll zu nahe gekommen, dann ging vom Landrat an den hiesigen Magistrat der Befehl ein, den Bau vorläufig einzustellen und das Fundament untersuchen zu lassen, weil anonyme Anzeigen behauptet hatten, die stehengebliebenen Mauern seien nicht gesund und lotrecht (konnten diese nämlich nicht stehen bleiben, so mußte der Bau weiter in den Garten gerückt werden). Es zeigte sich aber die Behauptung als falsch. Dann sollte auch vom Nachbarn ein Prozeß angestrengt werden, weil der Bau die Höhe des früheren Gebäudes überstiege und ihm das Licht wegnähme; allein nach dem allgemeinen Landrecht konnte dieses nicht verwehrt werden.

So war denn der Bau in Angriff genommen. Das Bauholz ist größtenteils in Affeln, Altenaffeln und Allendorf geschenkt und sogar umsonst hierher befördert worden; die Kosten sind aus der Kirchenkasse bestritten. Am 20. Februar 1854 wurde die Schule bezogen. 1857 brannte jedoch schon dieses Gebäude bis auf die stehengebliebenen Grundmauern, auf denen die jetzige alte Schule steht, ab. Die Mittel wurden auf ähnliche Weise wie das erste Mal beschafft: jedoch blieben noch 341 Thaler Schulden, an denen man 25 Jahre abgetragen hat.

Im Jahre 1881 ließ dann Pfarrer Fischer ein zweites Schullokal an der Brachtstraße erbauen, denn das alte Gebäude reichte nicht mehr aus. Die Bausumme wurde wiederum, durch milde Gaben aufgebracht. Der Schulvorstand mietete nun in dem neuen Gebäude das Schullokal, desgleichen 3 Zimmer und den Keller. In diesem Lokale wurden fortan die Mädchen unterrichtet, während die Knaben bis zum Jahre 1903 in dem alten Gebäude verblieben, in welchem Jahre dann das Gebäude, [das] in den Besitz der kath. Schulgemeinde übergegangen war, vergrößert wurde. Näheres hierüber siehe bei "Schulgebäude". Das ganze Gebäude mit Zubehör außer den Schulutensilien, Lehr- und Lernmitteln repräsentiert einen Wert von 39.200 Mark.

Die Schule, die bis zum Jahre 1904 zweiklassig war, wurde im Jahre 1904 zu einer dreiklassigen erweitert. Eine solche blieb sie bis zum Jahre 1908, in welchem noch eine Klasse angegliedert werden mußte. Vierklassig blieb nun die Schule bis zum Jahre 1914. Am 1. Apil dieses Jahres kam dann wegen der immer steigenden Schülerzahl die 5. Klasse dazu. Aber der Krieg, der unheilvolle, der 8 Feinde gegen Deutschland, Österreich-Ungarn und die Türkei zu Felde schickte, er nahm der Schule sofort beim Beginn am 2. August 1914 zwei Lehrkräfte, so daß am 1. April 1915 wegen Mangels geeigneter Lehrpersonen die 5klassige Schule wieder zu einer 4klassigen gemacht wurde, so daß Klasse I der 6., 7., u. 8. Jahrgang, in Klasse II der 4. u. 5. Jahrgang, in Klasse III der 2. u. 3. Jahrgang und in Klasse IV der 1. u. 2. Jahrgang unterrichtet wurden.

Da mit dem 10. Oktober 1915 auch der Hauptlehrer Willeke eingezogen wurde, um bei der I. Kompanie des Inf. Regiments Nr. 87 in Mainz ausgebildet zu werden, so mußte nun noch die I. Klasse von den 3 zurückgebliebenen Lehrerinnen durchgezogen werden. Diese [Regelung] blieb bis zu den Weihnachtsferien, da in denselben Hauptlehrer Willeke, weil vor 1880 geboren, unausgebildet und garnisondienstfähig, entlassen wurde. So konnte nach den Weihnachtsferien der 4klassige Schulbetrieb wieder ordnungsgemäß aufgenommen werden.

Mit dem 24. April 1917 trat die Schule das in der alten ev. Volksschule gelegene Schulzimmer ebenfalls ab, um voraussichtlich als Verwahrschule benutzt zu werden. Der Unterricht der 4 Klassen wird daher von genannten Tage an in der Brachtstraße erteilt. Zu dem Zweck haben die I. und II. Klasse nur vormittags Unterricht, was auch schon aus dem Grunde geschehen ist, um eine Hilfeleistung der Kinder bei der Gartenarbeit, dem Beerensammeln, der Unkrautvertilgung zu erzielen. Das andere Klassenzimmer (V. Klasse) war schon im Sommer 1916 abgegeben worden, um bei der täglichen Mittagsbeköstigung der Kinder verwandt zu werden.

Als Hauptlehrer Willeke am 15. Juni 1917 zum Heeresdienst eingezogen wurde, mußte der Unterricht in 3 Klassen erteilt werden. Am 1. Juli 1918 trat Hptl. Willeke wieder seine Stelle an und wurde wie voeher wieder 4 Klassen eingerichtet. Die I. Klasse umfaßte den 6., 7. und 8. Jahrgang, die II. Klasse den 4. und 5. Jahrgang, die III. Klasse den 2. (halb) und 3. Jahrgang und die IV. Klasse den 1. und 2. (halb) Jahrgang. Klassenzimmer stehen nach wie vor nur die 3 in der Schule an der Brachtstraße zur Verfügung.

Am 11. Dezember 1918 kommt auch Lehrer Becker wieder zurück und von diesem Tage an erfolgt der Unterricht wie vor dem Krieg in 5 Klassen. Die I. Klasse umfaßt den 6., 7., und 8. Jahrgang; die II. Klasse den 5. Jahrgang; die III. Klasse den 4. Jahrgang; die IV. Klasse den 2. (halb) und 3. Jahrgang; die V. Klasse den 1. und 2. (halb) Jahrgang.

Mit dem 13. Januar 1919 tritt aber Lehrer Becker wegen im Kriege zugezogener Krankheit einen 6wöchigen Urlaub an und werden die Kinder wiederum in 4 Klassen unterrichtet. Anfang März kehrt Lehrer Becker wieder aus seinem Urlaub zurück und wird fortab der Unterricht wieder in 5 Klassen erteilt. Nach den Pfingsferien 1919 wird der Schule nach vieler Mühe endlich 1 Klassenzimmer in der alten ev. Schule (im hinteren Teil, links) zurückgegeben und werden in diesem Zimmer abwechselnd die 5. (1. Jahrgang) und 4. (2. Jahrgang) Klasse unterrichtet.

Schulgrundstück
Als einzigstes Schulgrundstück kommt das an der Brachtstraße gelegene in Betracht. Es hat ungefähr einen Flächenraum von 12 a. Es gehörte bis zum 1. April 1908 der kath. Schulgemeinde zu Plettenberg, ging dann infolge des neuen Schulunterhaltungsgesetzes in den Besitz der Stadtgemeinde Plettenberg über. Der Wert desselben beträgt 39.200 Mark.

Schulgebäude
Das Schulgebäude der kath. Schulgemeinde Plettenberg, 1881 erbaut, ist an der Brachtstraße gelegen. Im Jahre 1903 wurde es vergrößert, so daß die jetzige Länge des Gebäudes 20,75 m ist und die Breite 10,80 mißt. Der Flächeninhalt des ganzen Gebäudes beträgt demnach 224,1 qm; der auf dem Schulhofe sich befindliche Abort hat einen Flächenraum von 56 1/4 qm; der Schulhof weist einen solchen von ungefähr 950 qm auf. Im Frühjahr 1906 wurde der Schulhof mit Linden bepflanzt und die nach der Brachtstraße zu gelegene Hecke, die in sehr schlechtem Zustande war, niedergeschnitten und ein Holzzaun errichtet. Im Herbst 1908 wurde das Schulgebäude mit einem neuen Anstrich versehen; vor der Schultreppe wurden zwei Wege bis an das Tor gepflastert und der Schulhof erhielt eine Kiesdecke (Littfelder Kies).

Zu bemerken ist noch, daß mit dem 1. April 1908 die IV. Klasse in dem der Schule gegenüberliegenden, der Witwe Böley gehörendem Hause untergebracht wurde. Da dieser Raum sich jedoch als viel zu klein erwies, so mußte man notgedrungen nach einem geeigneteren Umschau halten. Ein solcher fand sich in dem alten evangelischen Schulgebäude, das bis dahin der Rektoratsschule als Schule gedient hatte. So wurde dann mit dem 1. Juli 1909 die IV. Klasse in dieses Gebäude verlegt und zwar erhielt sie das Zimmer unten rechts.

Die immer größer werdende Schülerzahl machte, daß im Jahre 1914 die 5. Klasse unterrichtet werden mußte. Dieselbe wurde mit dem 1. April 1914 ebenfalls in der alten evangelischen Schule und zwar nach hinten hinaus links untergebracht. . . .


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