Die Maipiere im Internet: www.maipiere.de


Quelle: Süderländer Tageblatt vom 17.05.2011

Maipiere haben immer noch einige Probleme mit der Lenne
Deponie Humberg steht immer noch ohne Lösung da und auch der Kormoran bereitet große Probleme - er frisst die Fischbestände in der Lenne auf


Horst Köster vom Landesfischereiverband Westfalen und Lippe überreichte zum 75-jährigen Bestehen eine Ehrenurkunde an Bernd Brieseck, dem ersten Vorsitzenden der Plettenberger Maipiere. Foto: A. Goniwiecha

PLETTENBERG Zwar gab es für die Plettenberger Maipiere am Samstag viel Lob zum 75-jährigen Bestehen, doch der Vorsitzende Bernd Brieseck wies die Mitglieder darauf hin, dass es immer noch Probleme mit heimischen Gewässern gibt.

Rückblick: Am 11. Mai 1936 wurden die Plettenberger Maipiere im Gasthof Hoppe gegründet. Schon damals war die Gewässerverschmutzung ein Thema. Im Jahr 1937 wurde der erste Pachtvertrag für die Lenne unterschrieben.

Bei der Festansprache erinnerte Bernd Brieseck an das bis heute noch größte Fischsterben am 23. und 24. Mai 1975. In wenigen Stunden wurde jahrelanger Aufbau des Fischbestandes in der Lenne zunichte gemacht - Kiemen und Atmungsorgane der Fische waren durch Säure zerfressen. Bei einem Unfall gelangten Beizabwässer über den Veischede-Bach in Finnentrop in die Lenne.

Nachdem sich das Gewässer von der Vergiftung erholt hatte und die Fischbestände durch den Verein aufgestockt wurden, herrschte eine wahre Goldgräberstimmung in den heimischen Gewässern: "Forellen und Äschen gab es in rauen Menden". Doch seit 1995 kämpfen die Angler nun mit den Kormoranen, die den Beständen in der Lenne schwer zu schaffen machen. Seitdem das Tier zum Vogel des Jahres 2010 erklärt wurde, ist ein Erlegen der Kormorane nicht mehr möglich.

Weiterhin bereitet die Deponie Humberg große Sorgen. Das Bachbett sei auf einer Länge von 50 Metern rostig-braun eingefärbt und es stinke, stellte Bernd Brieseck fest. "Wie diese großen Fehler aus der Vergangenheit beseitigt werden sollen, ist bis heute nicht geklärt und wir Maipiere warten immer noch auf eine Lösung", betonte er.

Für die optimale Bewirtschaftung der Lenne geben die Maipiere regelmäßig Untersuchungen in Auftrag. Während die Ergebnisse in den 80er Jahren noch auf >sehr gut< lauteten, "sieht das letzte Ergebnis nicht sehr gut aus und gibt wenig Hoffnung auf Besserung des Fischbestandes", stellte der erste Vorsitzende fest. Das Fazit von Brieseck war, dass es zwar nicht mehr zu solchen Missständen wie bei der Deponie Humberg kommen könne, dennoch werde der Fortbestand der Fische in der Lenne durch den Kormoran stark beeinflusst. Hier benötige es eine neue Regelung, um den Vogel wieder erlegen zu dürfen, um das heimische Gewässer bevölkern zu können. ag


Quelle: WR Plettenberg vom 21.02.2011

Wachablösung an der Spitze des Sportfischereivereins Maipiere – Nachfolger von Heinrich Breuckmann Wunschkandidat
Angler wählen Bernd Brieseck

Bernhard Schlütter

Plettenberg. „Das soll genügen“, stellte Heinrich Breuckmann fest und beendete damit seine 30-jährige Vorstandsarbeit, zuletzt 14 Jahre als 1. Vorsitzender, beim Plettenberger Maipiere Sportfischer e. V.


Vorstand mit Geschäftsführer Georg Cormann, 2. Vorsitzendem Dr. Rudolfi und Vorsitzendem Bernd Brieseck.

Artenvielfalt wird in der Lenne angestrebt
Auf der Jahreshauptversammlung am Freitag im Gasthof Käsebrink wählten die Mitglieder einstimmig Bernd Brieseck zum neuen 1. Vorsitzenden. Der neue Mann an der Vereinsspitze ist 60 Jahre alt, von Beruf Entwicklungsingenieur und seit 30 Jahren Mitglied der Maipiere. In den vergangenen sechs Jahren sammelte Brieseck Vorstandserfahrung. Als Beisitzer betreute er die Internetseite des Sportfischervereins.

Bei der Gestaltung und Druckvorbereitung der Festschrift zum 75. Vereinsjubiläum, das in diesem Jahr gefeiert wird, war er federführend. Brieseck war der Wunschkandidat des bisherigen Gesamtvorstands für die Nachfolge Breuckmanns und die rund 60 Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung folgten diesem Vorschlag einstimmig. „Ich kenne die Lenne seit 1957“, ist Brieseck das Fischgewässer, das die Maipiere hauptsächlich bewirtschaften, bestens vertraut. Er kündigte an, dass er die Besatzpolitik nach und nach verändern wolle.

Den Verein geprägt wie kein anderer
Derzeit setzen die Maipiere ausschließlich Regenbogenforellen ein, Brieseck strebt eine Artenvielfalt an, „aber immer in Absprache und begleitet von Biologen“, will er auf den Rat von Fachleuten hören. Alle Hände hoch gingen auch bei der Wahl von Dr. Egbert Rudolfi zum neuen 2. Vorsitzenden. Stefan Graul hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt, gehört zukünftig zum Beirat.

Auch Rudolfi ist gerade 60 Jahre alt geworden. Er wohnt und praktiziert als Arzt in Radevormwald. Seit 1979 ist er Mitglied der Maipiere und seit 20 Jahren als Beisitzer im Vorstand.
Rudolfi war es auch vorbehalten, die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden zu würdigen. „Die Lenne liegt dir am Herzen und du hast den Verein geprägt wie kein anderer zuvor“, lobte Rudolfi und die Mitglieder spendeten Standing ovations für den gerührten Heinrich Breuckmann.

INFO
Vorstand - Beirat - Ehrenrat
Nach den Neuwahlen auf der Jahreshauptversammlung setzt sich der Vorstand der Plettenberger Maipiere wie folgt zusammen:
1. Vorsitzender Bernd Brieseck, 2. Vorsitzender Dr. Carl Egbert Rudolfi, Geschäftsführer Georg Cormann, Schatzmeister Stefan Großheim, 1. Gewässerwart Günter Krusch, 2. Gewässerwart Markus Kirchhoff, Sozialwart Dieter Glingener.
Zum Beirat gehören Stephan Weth, Oliver Thole und Stefan Graul.
Den Ehrenrat, als Schlichter bei internen Streitigkeiten, bilden Günter Graul, Rüdiger Braun, Waldemar Ley und Peter Kirchsträsser (Vorsitzender).

Goldene Ehrennadel für den scheidenden Vorsitzenden Heinrich Breuckmann. Foto: B. Schlütter


Quelle: WR Plettenberg vom 11.05.2006

Fische, Freundschaften, Freude, Frust

Plettenberg. Für einen Verein, der den Zweck verfolgt, Fische zu fangen und deren Lebensraum zu schützen, sind 70 (in der Summe erfolgreiche) Jahre eine lange Zeitspanne. Die Plettenberger Maipiere Sportfischer e.V. können diesen 70. Geburtstag feiern. Die zwingende Notwendigkeit Fisch als unbedingt erforderliches Nahrungsmittel zu angeln, bestand 1936 schon seit mehreren Jahrhunderten nicht mehr, heißt es in der Internet-Chronik des Vereins. Warum also trafen sich sechzehn junge Männer am 11. Mai 1936, vermutlich im Gasthof Hoppe, zur Gründung eines Sportfischereivereins?

Das größte Antriebsmoment dazu dürfte wohl das tief im Menschen schlummernde Bedürfnis nach Jagd und Beute machen gewesen sein. Fisch, gefangen aus den Plettenberger Gewässern Grüne, Else, Oester, Lenne - soweit letztere durch die Auen des Amtes Plettenberg flossen - war wohl stets eine willkommene Bereicherung der täglichen Mahlzeiten.

Es hatte jedoch nur ein sehr kleiner Kreis einzelner Personen, welche jeweils nur für sich Fischereirechte pachten konnten, die legale Möglichkeit, vornehmlich Bachforellen und Hechte für die eigene Küche beizusteuern. Aus den Fischereiakten des Amtes und der Stadt Plettenberg aus dem 19. Jahrhundert und dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts geht hervor, dass der Fischbestand in den zu verpachtenden Bach- und Flussabschnitten durch Industrieabwässer immer mehr beeinträchtigt wurde. Die nachlassende Fischdichte und der nicht immer mehr gute Geschmack gefangener Forellen machten die Pachtstrecken für den einzelnen Pächter, dessen einziges Ziel es war, reichlich gut schmeckende Fische zu "landen", wohl immer weniger attraktiv.

Dies erkannten die Gründer der Maipiere, die damals bereits alle passionierte Angler waren, ihrer Leidenschaft jedoch nur an den Stauseen von Eder, Diemel und Lister frönen konnten. Es gelang ihnen bereits im Februar 1938, für den Verein den ersten Fischereipachtvertrag mit dem Amt Plettenberg abzuschließen.Die vorherigen Einzelpächter dieser Strecke waren die Herren Heinz Cordt, Ernst Thomee und Walter Winkemann. Besitzerin und somit auch Verpächterin der Fischereirechte war bis dahin die Familie Hanebeck. Die erste dokumentierte Gewässeruntersuchung für diese Strecke fand bereits im März 1938 im Auftrag der Plettenberger Maipiere statt. Laut Protokoll untersuchte der Oberbezirksgewässerwart Brockmann die Wasserbeschaffenheit, Fauna und Flora. Vermerkt ist allerdings nur der durchschnittliche pH- Wert mit 6,8, welcher als gut befunden wurde.

Brockmann empfahl, den Bereich oberhalb des Wehres am Siesel mit Regenbogenforellen zu bewirtschaften. Im April 1938 wurden dann dort 1000 Regenbogenforellen als Jungfische "im Beisein der Bürgermeister Wahle und Zimmermann" eingesetzt. Aber auch 5 Zentner Weißfische wurden im gleichen Frühjahr als Besatz eingebracht. Die Lenne war zu der Zeit noch kein ausgesprochenes Forellen- und Äschengewässer. Wasserstand und Fließgeschwindigkeit schwankten sehr stark, die durchschnittlichen Wassertemperaturen waren damals noch wesentlich höher als heute. Durch den Bau der Biggetalsperre und den seitdem ständigen Zufluss von dort, haben sich das Temperaturregime und der Fischartenbestand in der Lenne geändert. Weißfische sind so gut wie nicht mehr im heimischen Gewässerabschnitt vorhanden.

Der Besatzaufwand der Plettenberger Maipiere betrug für das Jahr 1938 417,89 Reichsmark. Erstmals ist 1940 ein geschätztes Fangergebnis im Protokollbuch vermerkt. Danach wurden im Jahr 1939 227 kg Hechte, 21 kg Döbel, 141 kg Forellen, und 4 kg Barsche gelandet. Es ist jedoch nicht ersichtlich, ob alle Fänge aus der Lenne stammten. Aus einer Hand voll Gründungsmitglieder, welche sich die Rechtmäßigkeit der Gründung, sowie die Wahl des ersten Vereinsführers durch die Ortsgruppenleitung der NSDAP bestätigen lassen mussten, ist ein stattlicher Verein geworden. Die Lenne auf einer Länge von rund 12 Kilometer ist immer noch das

Der Verein heute
Vereinsgewässer. Hinzu kommt der Oesterbach von der Mündung bis zur Ortslage Unterm Sonnenhang in Oesterau und der Grünebach von der Mündung in die Oester bis zur Steinkuhle, auf dem halben Weg zwischen der Stadt und Landemert.

Während der Oesterbach inzwischen wieder ein recht ertragreiches Angelgewässer ist, wird der Grünebach von den Maipieren als reines Laichgewässer für Bachforellen gehegt. Lediglich einmal im Jahr werden die übergroßen Forellen dort herausgeangelt. Die heranwachsenden Jungfische wandern ab und kommen dem Bachforellenbestand des Lennesystems allgemein zugute.

Der fischereiliche Ertrag der Lenne ist in den letzten zehn Jahren erheblich zurückgegangen. Der Bestand an Äschen sank gegen Null, nachdem über mehr als 15 Jahre lang jährlich eine große Anzahl dieses wohlschmeckenden Fisches von den Maipieren geangelt wurde und dies, ohne den Bestand zu gefährden. Der Hauptgrund für den extrem starken Rückgang der Äschenpopulation war und ist bis heute der starke Fraßdruck durch einfallende Kormoranschwärme. Eine weitere Ursache ist die schubweise Belastung der Lenne mit Stickstoffeinleitungen, insbesondere Nitrit. Für Brut und Jungfische von Salmoniden (Forellen und Äschen) sind diese Stickstofffrachten bei Überschreitung des Grenzwertes absolut tödlich.

Der Bestand an Bachforellen im Maipiere-Lenneabschnitt wird jährlich mit 70 000 fressfähigen Brütlingen, welche in den Quellbächen (Schwarzenberg- Wiebecker- Leinscheder- und Blemcker-Bach) eingebracht werden, gestützt. Diese Forellenbrut stammt aus dem vereinseigenen Bruthaus und wird aus Forellenlaich eines ausgesucht guten Elternstammes großgezogen. Die Überlebensrate dieser Brütlinge beträgt maximal 2 Prozent. Diese Bestandsstützung erfolgt aus den gleichen ursächlichen Gründen wie bei den Äschen beschrieben. Entscheidungshilfen für die heute praktizierte Art der Bewirtschaftung der gepachteten Fischgewässer boten und bieten mehrere, von den Maipieren in Auftrag gegebene Gewässeruntersuchungen und, inzwischen zehn Jahre lang, die Führung eines Fischkatasters für den Lenneabschnitt von der Eisenbahnbrücke am Eschen bis zur Thereckermühle am Ortsrand von Rönkhausen.

In den zurückliegenden sieben Jahrzehnten haben es die jeweiligen Vorstände geschafft, den Verein zukunftsorientiert zu führen, haben viele Hürden überwunden und die Freude an der Angelfischerei durch gute Bewirtschaftung der anvertrauten Gewässer gefördert. Die Maipiere wissen sich auf einem guten Weg.


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