100 Jahre Hegering Plettenberg
WR vom 16.10.2008 (pdf-Datei 154 kb)

Quelle: ST vom 20.10.2008

"Hegering hat Jägerschaft zusammengehalten"
Robert Lützenkirchen lobte Gründer des Jagdpflegevereins für ihre Weitsicht. Ansprache erfolgte von der "Kanzel"


Robert Lützenkirchen, Martina Reinhold, Hans-Walter Pfeiffer und Dr. Matthias Dunkel (v.l.n.r.) beim Hegering-Jubiläum vor dem Kopf eines Wildschwein-Keilers. Foto: G. Dickopf


Heinz-Günther Rittinghaus sorgte mit der Bläsergruppe für die passenden Jagdsignale. Foto: G. Dickopf

PLETTENBERG Den krönenden Abschluss des Jubiläums "100 Jahre Hegering Plettenberg" bildete am Samstagabend die Feier in der jagdlich geschmückten Schützenhalle. Und so wunderte es auch nicht, dass Hegeringleiter Robert Lützenkirchen seine Ansprache von einer ganz besonderen "Kanzel" - einem Hochsitz - an die rund 200 Jagdfreunde in der Schützenhalle richtete. Nach der feierlichen Hubertusmesse verzichtete Lützenkirchen dabei auf langatmige Ausführungen. "Heute ist kein Tag für Festreden, heute ist ein Tag, um Danke zu sagen sagen".

Sein besonderer Dank galt den "Altvorderen" die vor 100 Jahren den "Jagdpflegeverein" in Plettenberg gründeten. "Ich hoffe, sie schauen von oben zu und freuen sich zu sehen, wie sich der Hegering entwickelt hat", betonte Lützenkirchen. Schon damals, als es noch keinen behördlichen Abschussplan gab, habe sich sich die Erkenntnis durchgesetzt, "dass es besser ist in Gemeinschaft etwas aufzubauen und sich gemeinsam für die Natur einzusetzen - Egoismus schadet allen Beteiligten. Es geht nur mit gegenseitigem Verständnis", so Lützenkirchen, der sich dies auch in Zukunft in den 32 Revieren wünschte. Der Hegering habe es verstanden, die Jägerschaft zusammenzuhalten.

Ein besonderer Dank gelte Ehren-Hegeringleiter Hans-Walter Pfeiffer für sein jahrzehntelanges Engagement. "Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft weiterjagen können und dürfen und uns für unser Wild einsetzen können" so Lützenkirchen abschließend. Hans-Walter Pfeiffer griff den Gedanken auf und betonte bei seiner Ansprache, dass Jagd angewandter Naturschutz sei. "Die Stadt Plettenberg ist mit 9 000 Hektar die größte Landgemeinde in der Bundesrepublik Deutschland", so Pfeiffer. Das Revier in Plettenberg umfasse ein Größe von 8 500 Hektar. Auch wenn es früher im Kopf gewisse Grenzen gegeben habe, so sei heute alles gut zusammengewachsen und es gebe niemanden, der so flächendeckend Naturschutz praktiziere wie die ägerschaft. Bei der "Schwarzwild-Katastrophe" seien beispielsweise nur die Jäger in der Lage, das Problem zu lösen. Abschließend wünschte Pfeiffer den Waidfreunden "besten Anlauf, eine ruhige Hand und kein Mucken".

Martina Reinhold überbrachte als stellvertretende Bürgermeisterin die Glückwünsche von Rat und Verwaltung der Stadt. "Für Ihr umfassendes Engagement verdienen Sie hohe Anerkennung", so Reinhold, die beispielsweise an die Entsorgung von Unfallwild durch die Jäger erinnerte. Dr. Matthias Dunkel überbrachte abschließend die Glückwünsche der 2 400 Mitglieder zählenden Kreisjägerschaft, deren stellvertretender Vorsitzender er ist. "Es ist wichtig, dass wir weiter mit Freunde jagen dürfen und sollen", so Dunkel, der deshalb an die Hegeringmitglieder appellierte, sich die Freude an der Jagd nicht nehmen zu lassen. Nach dem offiziellen Teil spielte die Showband "High Lights" zum Tanz auf und das Parkett füllte sich schnell mit tanzbegeisterten Jägern, die dabei zeigten, dass sie nicht nur ruhig "Ansitzen" können. ged


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